Bienenburgen – Citizen Science für ein Netzwerk aus Lebensinseln für Wildbienen

Laufzeit 01.03.2022 - 31.12.2024
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck Ingmar, Kleinschmidt, Friederike, Merkert Constanze,
Themengebiet Bürgerforschung, Naturschutz,
Schlagwörter Bürgerforschung, Citizen Science, Habitatschutz, Naturschutz, Umweltbildung, Wildbienen,

Die Wildbienenbestände gehen zurück

Der Rückgang der Insekten und besonders der Bestäuber wie z. B. Wildbienen hat auch vor der Lausitz nicht haltgemacht. Lebensraumverluste (z. B. Kleinstrukturen), die Ausweitung von Monokulturen, die Bewirtschaftung in Großschlägen, und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und in privaten Gärten machen den Wildbienen das Leben schwer. Ihr Lebensraum wird fortwährend monotoner und knapper, was insbesondere die zur Verfügung stehenden Nistmöglichkeiten und das Nahrungsangebot stark verringert. Dabei leisten Wildbienen einen großen Beitrag zur Bestäubung vieler Blütenpflanzen  –  einschließlich landwirtschaftlicher Kulturen wie Raps, Beeren und Obst.

Ein Netzwerk aus Lebensinseln für die Wildbienen

Damit die Wiederausbreitung der Wildbienen gelingen kann, braucht es ein Netzwerk aus geeigneten Lebensräumen, die durchaus auch kleinteilig sein dürfen, aber neben den Brutmöglichkeiten auch Nahrungsquellen und Möglichkeiten zur Überwinterung bieten und frei von Pestiziden sein sollten. Die im ganzen Projektgebiet verteilten Dörfer sollen mit ihren bislang ungenutzten Restflächen und mancher umgestalteten Gartenecke ein Netzwerk bilden, das den Wildbienen und anderen Tierarten das Überleben sichert.

Interesse für Wildbienen und ihre Lebensräume wecken

Mit Veranstaltungen wie Vorträgen, Mitmach-Aktionen und Bestimmungskursen wollen wir Interesse für die Thematik wecken. Wir vermitteln interessierten Bürger*innen, Wildbienen von anderen Insekten zu unterscheiden und die wichtigsten, regional vorkommenden Arten und Artengruppen zu erkennen. Dabei werden zugleich wesentliche Kenntnisse über die Ökologie der Arten, die benötigten Habitate, zur Gefährdung und zum Schutz der Wildbienen vermittelt.

Anlage von Lebensinseln für Wildbienen

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lebensräume für Wildbienen, etwa in Dörfern und an Dorfrändern, wiederherzustellen. Dafür bauen wir mit verschiedenen Kooperationspartnern Bienenburgen, die zugleich Nistmöglichkeit und mit einer geeigneten Bepflanzung auch Nahrungsrundlage sind und legen Blühflächen an. Das Projektgebiet schließt die beiden Naturparke Niederlausitzer Landrücken und Niederlausitzer Heidelandschaft sowie durch den dazwischenliegenden Verbindungskorridor ein. Hier soll ein ganzes Netzwerk von „Bienen-Rettungsinseln” entstehen.

Daten als Grundlage für weitere Erkenntnisse

Zur Verbreitung der Wildbienenarten und ihrer Lebensräume in der Region gibt es noch viele Wissenslücken. Diese wollen wir durch die Mithilfe der Bürger*innen schließen (Citizen Science). Wir entwickeln eine App, mit der sowohl Wildbienen bestimmt als auch deren Lebensräume kartiert werden können.

Projektpartner

Heinz Sielmann Stiftung

Förderverein des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft e. V. und Kerngehäuse e. V.

Förderer

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Projektträgerin: ZUG

Heizen mit Heide – Erneuerbare Energie aus der naturschutzgerechten Landschaftspflege

Laufzeit 01.01.2021 - 31.12.2022
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Kleinschmidt, Friederike, Landeck, Ingmar,
Themengebiet Naturschutz,
Schlagwörter Bioenergie, Heide, nachwachsende Rohstoffe, Pellets, Pflegemaßnahmen,

Flächen mit Zwergstrauchheiden sind aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten in der Lausitz zahlreich vorhanden, z. B. im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, auf Stromleitungs- und Gastrassen sowie auf ehemaligen und aktiven Flug- und Truppenübungsplätzen. Die meisten dieser Lebensräume sind heute infolge der Aufgabe der historischen Nutzung gefährdet. Ohne eine Pflege, z. B. durch Mahd oder Beweidung, überaltert das Heidekraut und die Flächen werden durch einwandernde Birken und Kiefern zu Wald.

Der Erhalt dieser Offenlandbiotope ist jedoch ein wesentlicher Eckpfeiler bei der Sicherung der biologischen Vielfalt der Lausitzer Kulturlandschaft. Da sie die Lebensgrundlage für zahlreiche stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten bilden, stehen Heidebiotope nach § 30 BNatSchG unter besonderem Schutz. Es sind daher regelmäßige Pflegemaßnahmen im Abstand von mehreren Jahren notwendig, bei denen in erheblichen Mengen potenziell nutzbare Biomasse anfällt.

Unser Projekt setzt hier an, indem der Rohstoff Heidekraut aus der Landschaftspflege energetisch verwertet wird und eine regionale Wertschöpfung erfolgt. Dazu wird die Biomasse pelletiert, um so perspektivisch als Brennstoff vermarktet und in eine klimaneutrale Nutzung überführt zu werden. Es wird somit nicht nur ein synergetischer Effekt zwischen Naturschutz und Biomassenutzung geschaffen, sondern auch ein neues Geschäftsfeld im Bereich der erneuerbaren Energien in der Region erschlossen: Die Kaufkraft bleibt in der Region und stärkt die regionale Wirtschaft. Bis der Markteintritt des fertigen Heidepellets tatsächlich realisiert werden kann, wird in diesem Projekt die gesamte Wertschöpfungskette von der Ernte des Heidekrauts bis zur Vorbereitung der Vermarktung betrachtet.

Projektpartner

Futtermittel- und Dienstleistungs GmbH Sonnewalde

BIMA, Bundesforst Lausitz

Förderer

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Unternehmen Revier“

Abwicklungspartner und Regionalpartner des Bundes: durch Landkreis Spree-Neiße / Wokrejs Sprjewa-Nysa und die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH

Etablierung von Blaubeeren in Kippenwäldern als Habitataufwertung für das Auerhuhn

Laufzeit 01.01.2021 - 31.12.2024
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Naturschutz,
Schlagwörter Auerhuhn, Blaubeere, Naturschutz, Rekultivierung,

Die ausgedehnten Kiefern- und Kiefern-Traubeneichen-Wälder im Flachland der Lausitz beherbergten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bedeutende Bestände des Auerhuhns in Mitteleuropa. Kurz vor dem Jahr 2000 erloschen allerdings die letzten autochthonen Vorkommen und damit die einzige Tieflandpopulation der Art in Deutschland. Hauptverantwortlich für den Zusammenbruch waren großräumige Lebensraumdegradierungen und -verluste, die in den letzten zwei Jahrzehnten des Bestehens der DDR kulminierten. Dazu zählten insbesondere die Intensivierung der Waldbewirtschaftung, sowie der großräumige Braunkohlenbergbau.

Seit den 1990er Jahren haben sich die Lebensbedingungen für das Auerhuhn in der Lausitz gebietsweise wieder deutlich verbessert. Dank der Initiative der AG Auerhuhn, eines Zusammenschlusses aus Biologen, Forstwissenschaftlern und weiteren Fachleuten aus dem Umweltbereich, gelang inzwischen die Wiederansiedlung der Art in der Niederlausitz. Zu den Aktivitäten der AG zählen neben Maßnahmen zur Verbesserung der Habitatqualität die Umsiedlung von Auerhühnern aus stabilen schwedischen Populationen in die Niederlausitz seit dem Jahr 2012.

Im Winter ernähren sich Auerhühner fast ausschließlich von Koniferennadeln, während sie im Sommer Blätter, Blüten und Früchte, insbesondere der Blaubeere (Vaccinium myrtillus), zu sich nehmen.

Die ehemaligen Großtagebaue, welche den Lebensraum der Lausitzer Auerhühner damals stark fragmentierten, wurden im Verlauf der letzten Jahrzehnte zu teilweise wieder bewaldeten Bergbaufolgelandschaften. Die meisten Kippenwälder entstanden durch Aufforstung, wobei die Kiefer aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund ihrer standörtlichen Genügsamkeit in der Niederlausitz die dominierende Rekultivierungsbaumart darstellt.

Trotz dieser tendenziell geeigneten Ausstattung der durch Großräumigkeit und Unzerschnittenheit geprägten Bergbaufolgelandschaft bieten Kippenwälder derzeit kaum Lebensraum für das Auerhuhn. Dies ist neben ihrem jungen Entwicklungsstadium auf das noch verbreitete Fehlen von Beersträuchern wie der Blaubeere zurückzuführen. Bis diese von allein in die Bestände einwandern, vergehen meist längere Zeiträume, da die Blaubeere keine Art gestörter Standorte ist und einen humosen Oberboden zur Entwicklung benötigt. Selbst in älteren Kippenwäldern (> 60 Jahre) fehlen Beersträucher oft.

Mit dem Pilotprojekt werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Förderung der Blaubeersträucher in Kippenwäldern durch Maßnahmen einer assistierten Wiederansiedlung, um diese als Lebensraum für das Auerhuhn und andere Arten, welche von der Blaubeere profitieren, aufzuwerten. Diese Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, der Blaubeere einen Besiedlungsvorsprung vor dem Reitgras zu verschaffen. Dazu werden künstlich Blaubeerinitiale geschaffen, sobald die Bodenbedingungen es zulassen. Ausgehend von diesen Initialen wird eine beschleunigte, flächenhafte Ausbreitung der Blaubeere erwartet.
  2. Offen ist dabei, wie die Einbringung der Blaubeere in die Kippenwälder erfolgreich und mit vertretbarem Aufwand durchgeführt werden kann. Erfahrungen mit der Einbringung von Blaubeeren in Kippenwälder oder vergleichbare Standorte sind uns nicht bekannt. Deshalb werden zwei verschiedene Varianten bei der Einbringung der Blaubeere erprobt und verglichen. In Abhängigkeit von der Ansiedlungsmethode und der Standortfaktoren soll die Übertragbarkeit der Maßnahmen in Bergbaufolgelandschaften außerhalb des Projektgebietes sichergestellt werden.
  3. Durch das Monitoring der Vitalität und der Entwicklung bzw. Etablierung der Blaubeerpflanzen wird der Erfolg der Maßnahmen dokumentiert und die Ableitung von Empfehlungen für die Übertragung auf andere Standorte ermöglicht.
  4. Die Ursachen, warum Kippenwälder von der Blaubeere nicht oder nur sehr zögerlich besiedelt werden, sind noch nicht abschließend bekannt. Dem wird durch die exemplarische Erfassung von für diese Vektoren geeigneten Habitatstrukturen nachgegangen.

Projektpartner

  • Rittergut Stechau, Dr. Bardia Khadjavi-Gontard
  • Förderverein des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft

Förderer

Gefördert durch die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

 

http://www.naturschutzfonds.de

Kartierung von Vegetation und Boden im Naturparadies Grünhaus

Laufzeit 01.04.2014 - 30.10.2014
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Böden, Naturschutz,

Auftraggeber

Nabu-Stiftung Naturparadies Grünhaus, Massen (Niederlausitz)

Initiierung von Calluna-Heiden auf Tertiärstandorten: Konzeption für wissenschaftliche Begleituntersuchungen

Laufzeit 01.04.2014 - 30.11.2014
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Naturschutz,

Auftraggeber

Vattenfall Europe Mining AG

Kartierung von Flora und Fauna für die Bereiche Lichtenauer See und Tornower Niederung im Sanierungsraum Schlabendorf

Laufzeit 14.03.2014 - 30.11.2014
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Gewässer, Naturschutz,

Auftraggeber

Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH

Klimaschutzkonzept der Hansestadt Stendal

Laufzeit 01.01.2012 - 31.08.2012
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Hildmann, Christian,
Themengebiet Naturschutz,

Auftraggeber

IGZ BIC Altmark GmbH für die Hansestadt Stendal

Projektpartner

IGZ BIC Altmark GmbH und Zentrum für Energie, Umwelt und Stadtentwicklung (ZEUS), Berlin

Stubbenhecken in der Bergbaufolgelandschaft – Ein Beitrag zur Biologischen Vielfalt

Laufzeit 14.04.2011 - 30.11.2011
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Naturschutz,

Auftraggeber

Vattenfall Europe Mining AG

Bestandsaufnahme und Defizitanalyse der Feldgehölze auf den Agrarflächen der Kippen des Braunkohlebergbaus im Hinblick auf ihre Ausstattung, Strukturierung und Funktion sowie die Erarbeitung eines Anforderungskatalogs für die Gestaltung vielfältig und nachhaltig wirksamer Flurgehölzsysteme

Laufzeit 01.01.2005 - 31.12.2005
Projektleitung
Bearbeitung Landeck, Ingmar,
Themengebiet Naturschutz,

Förderer

MLUV Brandenburg