KoMoNa Verbundvorhaben: Bürgerforschung zum Landschaftswandel im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (NP NLH) – FKZ: 67KMN017B „LassWissen“

Laufzeit 01.05.2022 - 28.02.2025
Projektleitung Dirk Knoche
Bearbeitung Christian Lange, Schott, Fabian, Benedikt,
Themengebiet Bürgerforschung ,
Schlagwörter Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Landschaftswandel, Wasserhaushalt,

LassWissen ist ein Bürger*innen-Projekt zur Landschaftsforschung im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Entlang von ökologisch und kulturhistorisch bedeutsamen Orten entsteht ein Forschungspfad, an denen sich der Landschaftswandel beispielhaft zeigt und erforschen lässt. Im Mittelpunkt steht die „Wasserfrage“ − ein zentrales Thema der nachbergbaulichen Landschaftsentwicklung und von großer Bedeutung für die Zukunft. Der Bogen führt von Landnutzung bzw. Wassermanagement, tiefgreifenden Klima- und Bergbaufolgen bis hin zu einem nachhaltigen Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser.

LassWissen ermuntert Ortsansässige und Besucher*innen des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft zur Teilnahme an der Landschaftsforschung.

LassWissen schafft Bewusstsein, gibt Denkanstöße und ist beispielgebend für die Bürgerbeteiligung in anderen Strukturwandelregionen.

LassWissen greift durch Naturverständnis und Identifikation in die Debatte zur Landzukunft ein − das Ziel muss eine „nachhaltige“ Entwicklung sein.

Das auf Aktivierung der Bevölkerung ausgerichtete Projekt umfasst die Konzeption, Realisierung und Kommunikation des Forschungspfades. Maßgeblich sind die Prinzipien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und Citizen Science-Qualitätskriterien. Die Ergebnispräsentation erfolgt im Besucherzentrum „erlebnisREICH Naturpark“ Schloss Doberlug-Kirchhain und am multifunktionalen Begegnungsort des Naturparkhauses Bad Liebenwerda.

Wo bleibt das Wasser der Kleinen Elster?
Helfen Sie uns mit Ihrer Erfahrung den Weg des Wassers nachzuverfolgen. Das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. und der Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft e.V. zählen auf Ihre Stimme im Rahmen einer Umfrage für das Bürgerforschungsprojekt „LassWissen“. Zehn schnelle Wasserfragen stehen in folgender Umfrage für sie bereit: Umfragelink

Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Projektpartner

Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (FV NP NLH)

Bienenburgen – Citizen Science für ein Netzwerk aus Lebensinseln für Wildbienen

Laufzeit 01.03.2022 - 31.12.2024
Projektleitung Hildmann, Christian
Bearbeitung Landeck Ingmar, Kleinschmidt, Friederike, Merkert Constanze,
Themengebiet Bürgerforschung , Naturschutz ,
Schlagwörter Bürgerforschung, Citizen Science, Habitatschutz, Naturschutz, Umweltbildung, Wildbienen,

Die Wildbienenbestände gehen zurück

Der Rückgang der Insekten und besonders der Bestäuber wie z. B. Wildbienen hat auch vor der Lausitz nicht haltgemacht. Lebensraumverluste (z. B. Kleinstrukturen), die Ausweitung von Monokulturen, die Bewirtschaftung in Großschlägen, und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und in privaten Gärten machen den Wildbienen das Leben schwer. Ihr Lebensraum wird fortwährend monotoner und knapper, was insbesondere die zur Verfügung stehenden Nistmöglichkeiten und das Nahrungsangebot stark verringert. Dabei leisten Wildbienen einen großen Beitrag zur Bestäubung vieler Blütenpflanzen  –  einschließlich landwirtschaftlicher Kulturen wie Raps, Beeren und Obst.

Ein Netzwerk aus Lebensinseln für die Wildbienen

Damit die Wiederausbreitung der Wildbienen gelingen kann, braucht es ein Netzwerk aus geeigneten Lebensräumen, die durchaus auch kleinteilig sein dürfen, aber neben den Brutmöglichkeiten auch Nahrungsquellen und Möglichkeiten zur Überwinterung bieten und frei von Pestiziden sein sollten. Die im ganzen Projektgebiet verteilten Dörfer sollen mit ihren bislang ungenutzten Restflächen und mancher umgestalteten Gartenecke ein Netzwerk bilden, das den Wildbienen und anderen Tierarten das Überleben sichert.

Interesse für Wildbienen und ihre Lebensräume wecken

Mit Veranstaltungen wie Vorträgen, Mitmach-Aktionen und Bestimmungskursen wollen wir Interesse für die Thematik wecken. Wir vermitteln interessierten Bürger*innen, Wildbienen von anderen Insekten zu unterscheiden und die wichtigsten, regional vorkommenden Arten und Artengruppen zu erkennen. Dabei werden zugleich wesentliche Kenntnisse über die Ökologie der Arten, die benötigten Habitate, zur Gefährdung und zum Schutz der Wildbienen vermittelt.

Anlage von Lebensinseln für Wildbienen

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lebensräume für Wildbienen, etwa in Dörfern und an Dorfrändern, wiederherzustellen. Dafür bauen wir mit verschiedenen Kooperationspartnern Bienenburgen, die zugleich Nistmöglichkeit und mit einer geeigneten Bepflanzung auch Nahrungsrundlage sind und legen Blühflächen an. Das Projektgebiet schließt die beiden Naturparke Niederlausitzer Landrücken und Niederlausitzer Heidelandschaft sowie durch den dazwischenliegenden Verbindungskorridor ein. Hier soll ein ganzes Netzwerk von „Bienen-Rettungsinseln” entstehen.

Daten als Grundlage für weitere Erkenntnisse

Zur Verbreitung der Wildbienenarten und ihrer Lebensräume in der Region gibt es noch viele Wissenslücken. Diese wollen wir durch die Mithilfe der Bürger*innen schließen (Citizen Science). Wir entwickeln eine App, mit der sowohl Wildbienen bestimmt als auch deren Lebensräume kartiert werden können.

Projektpartner

Heinz Sielmann Stiftung

Förderverein des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft e. V. und Kerngehäuse e. V.

Förderer

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Projektträgerin: ZUG

PlanBirke plus C − Bürger erforschen den „Waldwandel“ − Klimawirksamkeit, Biodiversität & Wasserhaushaltsfunktion

Laufzeit 01.12.2021 - 30.11.2024
Projektleitung Dirk Knoche
Bearbeitung Christoph Ertle, Marco Harbusch, Raul Köhler,
Themengebiet Bürgerforschung , Wälder ,
Schlagwörter Citizen Science, Gemeine Birke, Wald- und Umweltbildung,

Forstwirtschaft im Krisenmodus

Klimafolgen sind eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, und die jüngste Abfolge an trocken-heißen „Jahrhundertsommern“ spricht für sich. Wälder stehen unter Anpassungsdruck, alle Baumarten leiden, manche verlieren. Vor allem die Gemeine Fichte ist betroffen. Meist im Reinbestand kultiviert, naturfern und vorgeschwächt, stirbt sie jetzt flächendeckend. Borkenkäfer, Hitze und Dürre haben leichtes Spiel, vom Rheinischen Schiefergebirge über den Oberharz bis zum Osterzgebirge. Noch lassen sich die wirtschaftlichen Einbußen aus Zwangsnutzung bzw. Hiebsunreife kaum beziffern. Neben einer künftigen Holzverknappung droht ein Verlust an vielfältigen Ökosystemleistungen. Nichtstun ist keine Lösung.

Wälder verändern ihr Gesicht

Aber bei allen Aufforstungsprogrammen, so können sich doch Wälder in bestimmten Toleranzgrenzen erneuern. Aus eigener Kraft, etwa dann, wenn sich standortangepasste Baumarten unter Totholz verjüngen, Kahlflächen wiederbesiedeln und so die Waldsukzession einleiten. Einen hohen Stellenwert haben schnellwüchsige Pionierbaumarten − allen voran die Gemeinen Birke. Schon heute bestockt sie knapp fünf Prozent der Gesamtwaldfläche in Deutschland, Tendenz steigend. Gerade arme Standorte mit nur wenigen waldbaulichen Möglichkeiten profitieren davon.

Gleichzeitig verändert sich das forstliche Leitbild aller Besitzarten, hin zu mehr Biodiversität, resilienten Wäldern und ihrer naturnahen Bewirtschaftung. In dieser gemeinsamen Verantwortung für die Walderneuerung nähern sich die Ansprüche von Waldeigentümer*innen und Gesellschaft an.

PlanBirke plus C „tritt auf den Plan“

Bis vor einigen Jahren wurden Birken im Forstbetrieb kaum beachtet, geschweige denn gefördert. So versprach ihre inkonsequente Bewirtschaftung wenig Ertrag, trotz der guten holztechnologischen Eigenschaften. Noch heute fehlt es an „Birkenwissen“, vor allem um die lange Zeit unterschätzte Bedeutung im Naturhaushalt. Mit PlanBirke plus C (wie Kohlenstoff) begibt sich Bürgerforschung auf Themenfelder, die weitgehend brachliegen, aber an Bedeutung gewinnen:

    • Welche Entwicklungsdynamik nehmen Birken-Sukzessions- und Mischwälder, können sie sich besser behaupten als Aufforstungen?
    • Wie verkraftet die Baumart häufige Witterungsextreme, wie wirkt sich das auf ihre Vitalität und die Biomassebildung aus?
    • Wie haushalten Birken mit der knappen „Ressource Wasser“, in Abhängigkeit von Alter, Standort und gegenüber anderen Baumarten?
    • Welchen Beitrag leistet die Baumart zur Kohlenstoff-Speicherung und Sicherung der biologischen Vielfalt im Wald?

PlanBirke plus C zeigt, wie Waldakteure bei unterschiedlichen Bewirtschaftungszielen die natürlichen Prozesse nutzen, um klimastabile Mischwälder aufzubauen. Ein Mehrwert entsteht, wenn Bürgerforschung an gleicher Stelle „Wissen schafft“. Ob erlebnisbetont, einmalige Mitmachaktion oder anspruchsvolle Messkampagne, unser Motto lautet: „Aufeinander zugehen & voneinander lernen“. Gerade die neue „Birken-App“ ermuntert Nachwuchswissenschaftler*innen zu eigenen Projekten.

Projektpartner

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Bundesverband e.V.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) − Landesverband Brandenburg e.V.

Förderer

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit  und Verbraucherschutz (BMUV)

Richtlinie: Waldklimafonds

Projektträgerin: Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe

PLAN Birke – Bürgerbeteiligte Image- und Bildungsoffensive BIRKE (BiBi)

Laufzeit 01.01.2018 - 31.12.2020
Projektleitung Knoche, Dirk
Bearbeitung Ertle, Christoph, Küchenmeister, Hans, Zipfel, Lukas,
Themengebiet Bürgerforschung ,

Mit der multimedial angelegten Image- und Bildungsoffensive BIRKE (BIBI) wollen wir gemeinsam mit Citizen Scientists die oft verborgenen und komplexen Vorgänge erforschen, die sich unter dem Kronendach des Waldes abspielen. Die forstwirtschaftlich vernachlässigte, aber bereits von Kindern erkannte Birke dient uns dabei als „Versuchsbaumart“, an der wir spannende Experimente und professionell angeleitete Messungen durchführen. Neben der Wanderausstellung zur „Dame des Waldes“ und einem Bildungskoffer wird es auch eine Forschungs-App geben, mit der engagierte Bürger selbst neue Inhalte erzeugen können.

Die Ziele sind dabei eindeutig: zum einen die Ablösung bisher manifestierten Halbwissens durch die eigene Erstellung und Erfahrung wissenschaftlich fundierter Fakten. Zum anderen soll die positive emotionale Bindung der Menschen an die Birke aufgefangen werden, um die nachhaltige Waldbewirtschaftung als unabdingbare Grundlage einer lebenswerten Zukunft zu verankern. Deshalb sollen nicht zuletzt auch Waldeigentümer und das holzverarbeitende Gewerbe von den vorteilhaften Eigenschaften der heimischen Birke überzeugt werden.

Mehr zu dem Projekt erfahren Sie über die ausführliche Homepage zum Plan Birke.

Auftraggeber

 

 

Projektpartner

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Brandenburg e.V., Landesbetrieb Forst Brandenburg

Förderer

FNR

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Waldklimafonds)