Prognosen zum Wachstum von Kiefern- (Pinus sylvestris L.) und Eichenbeständen (Quercus petraea Liebl.) basierend auf regionalen Klimaszenarien unter besonderer Berücksichtigung von Erstaufforstungen des Braunkohlenbergbaus

Laufzeit 01.01.2012 - 31.12.2015
Projektleitung Knoche, Dirk
Bearbeitung Ertle, Christoph,
Themengebiet Wälder,
Schlagwörter Waldwachstum,

In allen waldbaulich-strategischen Entscheidungssituationen, vor allem jedoch bei der Bestandesbegründung und -verjüngung, werden die Weichen für sehr lange Bewirtschaftungszeiträume gestellt. Prognosen zur Waldzustandsentwicklung sind daher unerlässlich, jedoch angesichts rasanter Klimaveränderungen gleichermaßen schwierig.

Gerade Brandenburg dürfte allen Szenarien zu Folge in besonderem Maße von der globalen Erwärmung betroffen sein. Seine Wälder gelten daher allgemein als klimasensitiv. In Anbetracht dessen ist die Anpassungsfähigkeit von Gehölzen relativ begrenzt. Es bestehen erhebliche Prognoseunsicherheiten bezüglich des Gehölzwachstums bei klimatischen Extremsituationen. Dabei ist die Herleitung von spezifischen, ökophysiologisch relevanten Klimastresswerten mit graduellem Bezug zur ökologischen Valenz der jeweiligen Leitbaumarten notwendige Voraussetzung einer zukunftsfähigen Waldbewirtschaftung im Sinne der allgemeinen Daseinsvorsorge. Regionalisierte Aussagen zur Klimaentwicklung zumindest für eine Bestandesgeneration, sind für forstliche Planungen unverzichtbar. Dies betrifft strategische waldbauliche Entscheidungen (Baumartenwahl, Betriebzieltypenplanung, Bestandespflege) und ökologische Beurteilungen. Eine seriöse Prognose der Waldentwicklung bzw. der künftigen Standorteignung von Hauptwirtschaftsbaumarten ist derzeit noch nicht möglich.

Risikoprognosen zur Waldzustandsentwicklung unter variablen Umweltbedingungen erfordern immer eine Betrachtung der örtlichen Standort- und Bestockungsverhältnisse. Dies gilt in besonderer Weise für Aufforstungen des Braunkohlenbergbaus mit ihren ausgesprochenen Standortgradienten und -extremen. So gelten die jungen Kippenwälder – obwohl frohwüchsig – als vergleichsweise störungsanfällig. Es ist davon auszugehen, dass sich nachteilige Effekte des Klimawandels frühzeitig manifestieren. Zugleich besteht aber die Chance, den künftigen Waldaufbau von vorneherein risikoarm zu gestalten.

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Entwicklung und Anwendung eines mehrstufigen, standort- und szenariobasierten Waldwachstumsmodelles für die Hauptwirtschaftsarten Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris L.) und Traubeneiche (Quercus petraea Liebl.) mit einem Zeitraum bis zum Jahr 2100. Besondere Beachtung findet hierbei die Berücksichtigung der Spanne der Unsicherheit der Klimaszenarien. Perspektivisch werden schließlich Aussagen zur Wuchsdynamik von Kiefern- und Eichenbeständen aller Waldbesitzarten erwartet. In Brandenburg mit Berlin betrifft dies nach Bundeswaldinventur 2 allein 710.246 ha Kiefernbestände (71,5 % der Holzbodenfläche) bzw. 52.835 ha Eichenbestockungen (5,3 % der Holzbodenfläche). Die Simulationsergebnisse bilden ein Entscheidungsinstrument für die ökologisch begründete, zukunftsfähige Baumartenwahl und Bestandesbehandlung des Landesbetriebes Forst Brandenburg bei sich verändernden Klimabedingungen.

Prognosen zum Wachstum von Kiefern- (Pinus sylvestris L.) und Eichenbeständen

Abbildung: Übersicht zur Struktur des Forschungsvorhabens

Förderer

Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL